Was ist Ayurveda?

Ayurveda - Weisheit vom erfüllten Leben

Ayurveda ist seit über 5000 Jahren das traditionelle indische Medizinsystem und stellt bis heute die hausärztliche Versorgung für über 1,3 Milliarden Menschen auf dem indischen Subkontinent dar. Es betrachtet den Menschen in der Gesamtheit seiner physischen und mentalen Konstitution und seinem sozialen Umfeld. Von der WHO ist Ayurveda als Naturheilverfahren anerkannt. Ein Aufenthalt im Ayurveda Zentrum Deutschland in Bad Bocklet oder in den Zentren der Familie Madukkakuzhy in Kerala, Indien hilft, körperlich und seelisch zur Ruhe zu kommen, sich neu zu justieren und nachhaltige Regeneration und Heilung zu erreichen.

Ayurveda, Yoga und Meditation sind Geschwister aus der Wurzel der vedischen Wissenschaften, die seit Jahrtausenden zur Heilung des Körpers sowie zur Stärkung der Achtsamkeit und zur Klärung des Bewusstseins genutzt werden. Während Ayurveda sich mehr um die physische Dimension des Menschen kümmert, stärkt Yoga sowohl den Körper als auch den Geist und Meditation klärt und strukturiert das Bewusstsein. In der Praxis ergänzen sie sich. Beim Yoga steht die Eigenaktivität des Menschen im Vordergrund, die durch Körperübungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayama) gestärkt wird. Der Übende entwickelt eine Kraft zur Führung seines Bewusstseins. In Verbindung mit Meditation lernt er seinen flirrenden Geist zu beruhigen und Gedanken loszulassen, sodass er auch innerhalb der verschiedenen Lebenssituationen eine innere Ordnung und Klarheit erhalten kann. Es gibt unzählige Formen der Meditation: von der dynamischen oder Tanzmeditation bis hin zum stillen Sitzen vor einer weißen Wand. Jeder Mensch kann die zu ihm passende Form finden. Sowohl Ayurveda als auch Yoga sehen unser Bewusstsein als die primäre Kraft des Lebens, die alles steuert und maßgeblich darüber entscheidet, wie wir unser Leben gestalten. Unsere täglichen Yogastunden werden von qualifiziert ausgebildeten Yoga-LehrerInnen durchgeführt.

Gesund ist man, wenn man frei von Schmerzen, mit beweglichen Gelenken und fröhlichem Herzen sein Leben lebt.

Leben im Gleichgewicht:

Ayurveda versucht, das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele des Menschen zu bewahren, bzw. wieder herzustellen und ihm Stabilität zu verleihen.

Das 3-Dosha-Prinzip:

Man unterscheidet im Ayurveda drei Haupt-Konsitutionstypen (Doshas):

Vatha

Steht für Luft, Bewegung, schnell, kühl, intelligent, nervös. Vatha-Typen sollten immer warm essen.

Pittha

Steht für Feuer, Energie, Tatkraft, neigt zu Entzündungen. Pittha-Typen sollten nicht scharf essen.

Kapha

Steht für Erde und Wasser, ist das Strukturprinzip, treu, zuverlässig, neigt zu Übergewicht. Süßes wäre für diesen Typen tabu, leicht bitter oder scharf ist günstig, auf Kohlenhydrate ist weitgehend zu verzichten.

Die meisten Menschen sind Mischtypen aus zwei Hauptarten, dennoch trägt jeder Anteile aller drei Typen in sich. In jeder Körperzelle ist jedes Dosha aktiv.

Vatha, Pitta und Kapha beeinflussen alle körperlichen und seelisch-geistigen Vorgänge. Sind sie im Gleichgewicht, dann ist der Mensch gesund. Geraten sie aus dem Lot, dann werden die Abläufe im menschlichen Organismus gestört oder fehlgesteuert.

Im Grunde kommt es auf doshagerechte Ernährung und Verhaltensweisen an. Eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Maßnahmen sehen Sie hier…

Leib und Seele

Ayurveda ist eigentlich kein rein medizinisches System, sondern eine Philosophie über das Leben in all seinen Aspekten. Die Aufmerksamkeit ist nicht auf die jeweilige Erkrankung fixiert, sondern hat die Gesamtheit im Blick, die körperliche Konstitution, das Verhaltensmuster, die Lebenseinstellung. Darauf sind Ernährung, Medikamente und unterstützende Behandlungen abgestimmt.

Die von Vater und Mutter ererbten Faktoren spielen ebenso eine Rolle wie das spirituelle Weltbild, die soziale Einstellung und die Auswahl der Nahrung; auch regionale und saisonale Faktoren haben Einfluss. Es wird nach den Krankheitsursachen geforscht, mit dem Blick auf Zeit, Sinneswahrnehmungen, Sprache und psychosomatische Reaktionen.

Gesundheit, darin sind sich Schulmedizin und Ayurveda einig, besteht nicht nur im Freisein von Krankheiten, sondern definiert den Stand des leiblichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens.

Grundsätze der indischen Medizin

  • Psychosomatisches Konzept von Arznei und Krankheit.
  • Medizin kommt aus der Natur und ist rein pflanzlich.
  • Besteht seit tausenden von Jahren und hat seinen Ursprung in Indien.
  • Die Diagnostik und Therapie erfolgt nach der individuellen des Körpers und dem Zustand der Krankheit
  • Stimuliert und stärkt die Verteidigungsmechanismen des Körpers.
  • Die Behandlungen werden immer kombiniert mit spezifischen Ernährungs- und Bewegungsvorgaben.
  • Neunzig Prozent der Ayurveda-Behandlungen werden mit pflanzlichen Präparaten zur innerlichen Verabreichung durchgeführt. Für die Herstellung der Präparate stehen mehr als 3.000 Pflanzen zur Verfügung.
  • Erzeugt ein tiefes Bewusstsein des eigenen Selbst – eine Harmonie zwischen Vorstellung und Realität.

Ayurveda und Schulmedizin – ein Vergleich

In Deutschland haben wir eine ausgezeichnete medizinische Versorgung in der Akut- und Rettungsmedizin. Sie rettet viele Leben. Aber im Bereich der Prävention und bei chronischen Erkrankungen ist die indische Medizin im Vorteil, weil sie jeden Patienten individuell und nicht dessen Symptome, sondern Ursachen behandelt.

Grundsätzlich ergänzen sich beide Medizin-Systeme zum Vorteil der Menschen: unsere westliche Medizin leistet Hervorragendes bei Unfällen, Operationen und in der Akut-Medizin, wogegen bei chronischen Erkrankungen Ayurveda durch seine individuelle Herangehensweise erfolgreicher und nachhaltiger in seinen Effekten ist.

Die Behandlung im Ayurveda, der Wissenschaft vom langen Leben in Gesundheit, ist ganzheitlich angelegt, sie betrachtet den Menschen in seiner Mentalität, psychischen Verfassung, Lebensstil und Körperform und sieht eine Krankheit als Störung in dem Gesamt-System. Entsprechend ist der Behandlungsansatz im Ayurveda sehr differenziert, je nachdem, welcher Konstitutionstyp mit welcher Krankheit oder Befindlichkeitsstörung betroffen ist. Immer beinhaltet eine Therapie im Ayurveda körperliche Behandlungen wie Massagen mit mediziniertem Öl, Kräutergüsse oder Behandlung mit heißen Kräuterstempeln, Dampfbäder etc., Ernährungsumstellung und Vermeidung bestimmter ungünstiger Lebensmittel. Als Heilmittel werden ausschließlich Naturprodukte / Nahrungsergänzungsmittel verwendet, oft mit Bestandteilen aus Gewürzen wie Kurkuma, schwarzer Pfeffer etc.

Häufig behandelt die Schulmedizin nur die Symptome einer womöglich tiefer liegenden Erkrankung, während Ayurveda die Grundursachen herausfinden will und die Behandlung hier ansetzt. Mit schnellen Ergebnissen, wie sie beispielsweise Antibiotika garantieren, will Ayurveda nicht aufwarten; hier wird langsam und mit Bedacht vorgegangen. Anstatt synthetisch hergestellter Arzeinmittel – die durchaus Leben retten z.B. bei den großen Seuchen – verwendet Ayurveda Kräuter, Öle, Tierprodukte und Mineralien. Infolge des ganzheitlichen Konzeptes gibt es bei den einzelnen Krankheiten keine Standard-Pillen für alle Patienten, daher auch keine Nebenwirkungen. Statt Physik, Chemie und Biologie, wie in den medizinischen Vorsemestern, vertieft sich der Ayurveda-Student in Sanskrit, lernt Sprache und Grammatik und eignet sich „Tarka“ an, das sind pezifische Diskussionstechniken. All dies hilft ihm, das Konzept von Ayurveda und insbesondere die tiefen Ursachen von Krankheiten zu verstehen.

Während die Schulmedizin sich auf die Gesundheit von Körper und Verstand konzentriert, ist Ayurveda an Gesundheit in den Bereichen Leib, Seele, Geist, soziale Beziehungen und Umwelt gelegen.

Ganz anders als bei der „Apparate- Medizin“, mit gut ausgestatteten Labors, mit MRT und Sonographie für eine gezielte Diagnose, verlässt sich der Ayurveda-Spezialist überwiegend auf die fünf Sinne, die in ihrer Wahrnehmung verfeinert werden, um für winzige Reizungen sensibel zu sein. Dennoch wird auch ein Ayurveda-Arzt bei Verdacht auf einen Beinbruch natürlich zu einer Röntgen-Aufnahme raten.