Ayurvedische Abhyangas haben erstaunlich positive Effekte auf Körper und Geist

Abhyanga-Massagen

Abhyanga ist der Sanskrit-Begriff für Ölbehandlung oder Selbstmassage. Sie ist eine therapeutische Massagetechnik mit beruhigender Wirkung. Aufgrund dieser Eigenschaften ist sie ein lebenswichtiges und daher unverzichtbares Element des Dincharya (Tagesroutine).

Es wird empfohlen, sie jeden Tag anzuwenden und danach ein Bad zu nehmen oder zu duschen, um alle Doshas auszugleichen, Müdigkeit zu reduzieren und die Ausdauer zu steigern.

Das Auftragen von Öl auf die Haut ist eine hochwirksame ayurvedische Methode zur Erhaltung des körperlichen Wohlbefindens und der Gesundheit. Es sorgt für eine Belebung und Reaktivierung des gesamten Körpers. Mehrere Studien haben dies belegt.

Ayurvedische Abhyanga-Massagen sorgen für innere und äußere Schönheit

  1. Stressabbau

Stress hat eine nachteilige Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Abhyanga-Massagen reduzieren den wahrgenommenen Stress und senken die Herzfrequenz. 

Die rhythmische Stimulation während der Massage reguliert das Herzzeitvolumen, was ein Zeichen für Ruhe ist. Auch das duftende Öl wirkt sich – wenn auch nur vorübergehend – ausgleichend auf das Nervensystem aus. 

  1. Blutdrucksenkung

Der Blutdruck von prähypertensiven Menschen sinkt nach einer Abhyanga-Massage. Vermutlich beeinflusst sie das Gefäßsystem. Die Blutgefäße weiten sich, der Blutfluss wird erhöht und die Arteriensteifigkeit nimmt ab.

  1. Reduzierung der Muskelsteifheit

Die Ergebnisse der Studien lassen darüber hinaus einen Vorteil von Abhyanga für erhöhte Flexibilität und Beweglichkeit erkennen. Körperliche Bewegungseinschränkungen und Verspannungen können abgebaut warden. Darüber hinaus verbessert eine Fußmassage die Funktionsfähigkeit der Gelenke und unteren Extremitäten, auch wenn sie in Selbstmassage durchgeführt wird.

Es sind jedoch weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um zu klären, in welcher Weise und in welchem Ausmaß Abhyanga die Beweglichkeit beeinflusst.

  1. Erhöhung der Lymphdrainage

Die Lymphdrainage ist ein bekannter Vorteil aller Massagearten. Obwohl die Forscher die Abhyanga- und Lymphzirkulation nicht speziell untersucht haben, glauben Befürworter, eine positive Wirkung zu erkennen.

Das Lymphsystem sorgt für den Abtransport von Toxinen aus dem Körper. Wenn Sie sich jedoch einer schulmedizinischen medikamentösen Behandlung unterziehen oder ein nicht behandeltes gesundheitliches Problem haben, kann sich die Flüssigkeit in Ihren Lymphgefäßen ansammeln und eine Entzündung, auch Lymphödem genannt, verursachen.

Die Abhyanga kann bei Lymphödemen helfen, indem sie die Lymphdrainage fördert. Darüber hinaus führt der physische Druck dazu, dass sich die Lymphvenen erweitern, was den Lymphfluss zusätzlich fördert.

  1. Funktioniert als Schönheitsbehandlung

Abhyanga-Behandlungen fördern die Durchblutung im Körper, insbesondere der Nervenenden. Das ist wichtig für einen gesunden Körper, sorgt aber auch für ein gesundes, strahlendes Hautbild.

Die Abhyanga strafft die Muskeln und lässt sie athletischer erscheinen. Sie entfernt Giftstoffe aus dem Körper, die sich als Verunreinigungen auf der Haut zeigen können, und verleiht ihr ein frisches, vitales Aussehen.

Sie hilft bei der Entfernung von Alters- und Pigmentflecken und lässt dunkle Ringe unter den Augen verschwinden, indem einen besseren Schlaf ermöglicht. Außerdem fördert sie die Bildung neuer Hautzellen, was den Alterungsprozess verzögert.

Die dabei verwendeten einzigartigen Öle spenden der Haut optimale Feuchtigkeit, machen sie geschmeidig und taufrisch.

So funktioniert die Abhyanga-Selbstmassage

  1. Erwärmen Sie das Öl, indem Sie einige Tropfen auf Ihre Handfläche geben. Das Öl muss ziemlich warm, aber nicht heiß sein.
  2. Setzen Sie sich an einem warmen Ort, in leicht aufrechter Haltung. 
  3. Tragen Sie das Öl sanft auf die Oberseite des Kopfes auf und arbeiten Sie sich dann allmählich im Uhrzeigersinn nach außen, um Ihre gesamte Kopfhaut zu entspannen.
  4. Reiben Sie sanft die Kopfhaut, die Augenbrauen, die Wangenknochen und das Kinn in einem kreisförmigen Muster. Massieren Sie die Ohren, insbesondere die Ohrläppchen, wo sich wichtige Marmapunkte und Nervenzellen befinden.
  5. Empfehlenswert sind breite, streichende Bewegungen an den Gliedmaßen und runde Bewegungen an den Gelenken – massieren Sie immer in Richtung Körpermitte. Mit breiten, kreisenden Rotationsbewegungen werden Bauch und Brustkorb massiert.
  6. Folgen Sie dem Verlauf des Darmtraktes auf der Bauchdecke, auf der rechten Seite nach oben, dann zur linken Seite und nach unten.
  7. Beenden Sie die Behandlung, indem Sie Ihre Füße mindestens einige Minuten lang massieren. Sie sind ein sehr wichtiger Teil des Körpers, da sich dort wichtige Nervenverbindungen zu den inneren Organen und sensible Marmapunkte befinden.
  8. Wenn möglich, legen Sie sich mindestens 10 Minuten lang gut eingeölt hin, damit das Öl einziehen und in die tieferen Hautschichten eindringen kann.
  9. Duschen oder baden Sie anschließend heiß. Verzichten Sie dabei auf den übermäßigen Gebrauch von Seife.
  10. Trocknen Sie sich abschließend sanft mit einem Handtuch ab, vermeiden Sie dabei festen Druck und Reibung auf der Haut.

Weitere wertvolle Tipps für die Abhyanga-Massage

  1. Sie können das Öl auch bequem in einem speziellen Ölerhitzer oder in einem Topf auf dem Herd erwärmen, lassen Sie es dabei aber niemals zu heiß werden. Verletzungsgefahr!
  2. Verwenden Sie ein altes Handtuch, um Ölflecken zu beseitigen.
  3. Starten Sie mit einem ruhigen Geist und massieren Sie langsam jeden Teil Ihres Körpers.
  4. Seien Sie beim Gehen vorsichtig, nachdem Sie Ihre Zehen mit Öl behandelt haben, Sie könnten ausrutschen!
  5. Wenn Sie die Abhyanga-Massage regelmäßig durchführen, erzielen Sie den größten Nutzen.

Vieles spricht für die therapeutische Verwendung von Ölen

Seit vielen Generationen werden traditionell Öle aus Pflanzen gewonnen, die man wegen ihrer Reichhaltigkeit und nährenden Wirkung seit je her schätzt. Grundlage ist ein uraltes Wissen, das bis in die prähistorische Zeit zurückreicht. Man sprach Ölen sowohl menschliche als auch göttliche Eigenschaften zu und verwendete sie zum Beispiel, um jemanden als Anführer oder auch als Ehepartner zu identifizieren. Das findet man im antiken Griechenlands, bei den australischen Ureinwohnern, bei einigen arabischen Volksgruppen und in religiösem Kontext auch im Buddhismus und im Jainismus. In vielen Zivilisationen, insbesondere auch im indischen Ayurveda, wurde der Salbung stest eine therapeutische Wirkung zugeschrieben.

Warum Sie auf die Abhyanga-(Selbst-)Massage nie wieder verzichten sollten:

Sich Zeit zu nehmen, um Abhyanga zu praktizieren, ist ein Ausdruck von Selbstliebe. So zeigen Sie auch Ihrer Seele eine angemessene Wertschätzung.

Aus ayurvedischer Sicht ist die Haut ein zentrales Organ, das als Transportkanal zu den inneren Organen eine wichtige Funktion erfüllt. Über die Haut sorgen Sie für die Aufrechterhaltung der maximalen Gesundheit und des körperlichen und seelischen Gleichgewichts. Die Haut dient sowohl als natürliche Hülle als auch als Portal für Nährstoffe, die durch unsere Poren in unseren Körper gelangen.

Was auch immer Sie gerade durchleben oder durchleiden, die ayurvedische Selbstmassage bringt Sie wieder in Balance. Sie regt die Durchblutung an, verbessert die Immunfunktion, hilft bei der Entgiftung und verbessert den Schlaf. Wie bereits erwähnt, bietet sie auch eine Reihe weiterer Vorteile, einschließlich einer möglichen Verzögerung des Alterungsprozesses, der Regeneration Ihrer Haut und der Reduzierung von Verletzungen.

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